Hinter dem PLEXIGLAS® malen
Meine Methode
Die folgenden Beschreibungen beruhen ausschließlich auf meinen eigenen Erfahrungen. Ein Anspruch auf Vollständigkeit oder irgendeine Form von Garantie ist nicht möglich. Ebenso müssen alle Sicherheitshinweise der verwendeten Produkte strikt eingehalten werden.
Bevor Sie beginnen
Bevor Sie hinter PLEXIGLAS® malen, ist es wichtig, über das Aufhängesystem nachzudenken. Dieses Material ist zwar ästhetisch und widerstandsfähig, aber schwerer als Leinwand oder Holz und bringt spezifische technische Anforderungen mit sich. Es kann nicht mit einem herkömmlichen Bohrer gebohrt werden, da sonst Risse entstehen können. Deshalb müssen die Löcher vor dem Malen gesetzt werden, mit einem kleinen Spielraum für die Schrauben, um mögliche Ausdehnungen durch Temperaturschwankungen auszugleichen.
Es gibt jedoch auch Aufhängesysteme ohne sichtbare Bohrungen, die eine elegante und sichere Befestigung ermöglichen. Beschreiben Sie mir gern Ihre Bedürfnisse oder Ideen dazu – ich berate Sie mit Freude.
Die folgenden Hinweise beruhen auf meinen Erfahrungen mit Acrylfarben, die ich auch in der Siebdruck- und Linoldrucktechnik verwende. Ich empfehle dringend, technische und farbliche Tests auf PLEXIGLAS®‑Reststücken durchzuführen, idealerweise auf dünnen Platten, um die Kosten gering zu halten und gleichzeitig das Zusammenspiel von Materialien und Farben zu prüfen.
Ich verwende ausschließlich hochwertiges Material, das speziell für künstlerische und professionelle Anwendungen entwickelt wurde – keinesfalls günstige Massenprodukte.
Die Acrylfarben stammen hauptsächlich aus der Schweizer Farbenmanufaktur Lascaux Colours & Restauro, mit etwa 80 % aus der Lascaux‑Sirius‑Reihe und 15 % aus der Lascaux‑Studio‑Reihe. Die fluoreszierenden Farben (ca. 5 %) beziehe ich von der Firma Amsterdam (Niederlande).
Die in einigen Werken verwendeten Gold‑ und Silberblätter „Horus“ werden von der Firma Noris Blattgold GmbH hergestellt.
Nach Fertigstellung des Kunstwerks werden die bemalten Platten mit einem Aufhängesystem auf einen Träger geklebt – mithilfe eines hochleistungsfähigen doppelseitigen Klebebands: des VHB+‑Montagebands der Firma Scotch.
Vom Foto zum Gemälde
Die PLEXIGLAS®‑Platte vorbereiten
Jede PLEXIGLAS®‑Platte ist auf beiden Seiten mit einer Schutzfolie versehen. Eine davon ist in der Regel transparent, während die andere häufig farbig ist, meist blau oder grün. Auf dieser farbigen Seite wird gemalt, denn sobald die Folie entfernt wird, ist die Platte vollständig transparent. Daher muss diese Folie abgezogen und die Oberfläche anschließend gründlich gereinigt werden. Ich verwende dafür einen Glasreiniger und ein sauberes, fusselfreies Tuch. Es ist entscheidend, dass die Platte vollständig entfettet und frei von jeglichen Rückständen ist. Falls die transparente Folie aufgedruckte Beschriftungen enthält, können diese mit Brennspiritus (maximal 70°) entfernt werden. Nach diesen Sch
Die Spiegelmalerei verstehen
Beim Malen auf der Rückseite einer PLEXIGLAS®‑Platte arbeitet man in Spiegeltechnik. Das bedeutet, dass alle sichtbaren Elemente – einschließlich Schrift – spiegelverkehrt ausgeführt werden müssen. Eine Ausnahme bilden Laserkopien: Diese werden normal gedruckt, da sie später durch die transparente Platte hindurch lesbar sind. Man beginnt immer mit dem Vordergrund, denn sobald eine Schicht aufgetragen ist, kann sie nicht mehr übermalt werden. Dieser Punkt ist besonders wichtig bei perspektivischen Kompositionen, bei denen die Reihenfolge der Farbschichten von Anfang an sorgfältig geplant werden muss.
Konstruktionszeichnung für *Mohnfeld*
Erste Skizze zu *Goldring*
Texturen und Oberflächeneffekte erzeugen
Auf der Rückseite einer PLEXIGLAS®‑Platte bildet Acrylfarbe eine glatte, gleichmäßige Oberfläche ohne jede Struktur. Um die visuelle Textur zu bereichern, gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann Strukturgel verwenden, wobei die jeweilige Trocknungszeit zu berücksichtigen ist, und anschließend darüber malen. Eine weitere Möglichkeit, Effekte zu erzeugen, besteht darin, die Farben nicht vollständig zu vermischen, was der Oberfläche
Verschiedene Anordnungen der Blätter für *Platanes*
Dekorative Techniken – Vergoldung und Versilberung
Effekte von Vergoldung oder Versilberung lassen sich auf der Rückseite einer PLEXIGLAS®‑Platte leicht erzielen. Es kann hilfreich sein, die elektrostatische Aufladung der Oberfläche mit einem feuchten Tuch zu neutralisieren. Im Handel sind echte Gold‑ oder Silberblätter erhältlich, die auf Seidenpapier aufgebracht sind. Vor dem Auflegen verwendet man eine wasserverdünnbare Anlegemilch, die sehr transparent auftrocknet. Es wird dringend empfohlen, die Kombination vorher zu testen, insbesondere um die endgültige Transparenz und die chemische Verträglichkeit mit dem PLEXIGLAS® zu beurteilen.
Erster Prototyp eines Halters für *Die Kaktustöpfe*
Zeichnungen mit Acryllackstiften
Beim Zeichnen mit Acryllackstiften auf der Rückseite einer PLEXIGLAS®‑Platte müssen die bereits bemalten Bereiche vor weiteren Farbschichten geschützt werden, damit die Linien nicht verlaufen oder sich wieder lösen. Eine gleichmäßige Schicht eines sehr transparenten, glänzenden Acryllacksprays bildet dafür einen stabilen Film. Die Ränder der Platte sollten zuvor mit präzise anliegendem Malerkrepp abgeklebt werden, damit keine Sprühpartikel auf die Seitenflächen gelangen. Ohne diese Schutzschicht besteht die Gefahr, dass die mit dem Stift gezogenen Linien beim Übermalen wieder anlösen und ihre Schärfe verlieren.
Zürich – Auftragsarbeit
Leichte Tupf‑ und Drucktechniken
PLEXIGLAS® eignet sich sowohl für Linoldruck als auch für Siebdruck. Beim Linoldruck behält das gedruckte Bild eine sichtbare Textur, da die Farbe nie vollständig deckend ist. Für den Siebdruck verwende ich keinerlei spezielle Zusatzmittel. Ein 90T‑Gewebe und eine Shore‑Härte von 75° für den Rakel haben sich in meinen Tests als sehr geeignet erwiesen. Stempel lassen sich im Grunde aus „allem“ herstellen: zum Beispiel aus Schaumstoff, Holz, Blättern, Stoff, Luftpolsterfolie – einfach aus allem. Vor dem Drucken sollte unbedingt das Zusammenspiel zwischen dem Sieb und der Platte getestet werden, um den Druck optimal anzupassen.
Siebdruck mit sehr einfachen Mitteln
Mein Fotostudio
Jetzt bleibt Ihnen nur noch, loszulegen und Ihr Kunstwerk zu beginnen. Ein Foto des fertiggestellten Bildes würde mich sehr freuen.
